Das How not to die Kochbuch

Buchrezension: „Das How not to die Kochbuch“

Dr. Michael Greger packt seine Lieblingsrezepte aus

„Ich geb’s zu. Ich bin ein Ernährungsfreak. Ich liebe es, mich nur aus Spaß an der Freude durch wissenschaftliche Literatur zu wühlen – einfach aus Faszination über die Funktionsweise des menschlichen Körpers und wegen all der Rätsel, die noch darauf warten, entschlüsselt zu werden.“ (Dr. Michael Greger in „Das How not to die Kochbuch“)

Und was ist dein Lieblingsrezept? Die Frage nach der Leibspeise begleitet uns unser ganzes Leben. Es gibt wohl wenige Leute, die so oft darauf antworten müssen wie Dr. Michael Greger. Der amerikanische Arzt und Ernährungswissenschaftler wird jedoch nicht müde, darauf einzugehen. Sein Sachbuch „How not to die“ ist zum Bestseller geworden. Ein Buch, das wissenschaftlich den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit beleuchtet, auf die in der Nahrung begründeten Ursachen der häufigsten westlichen Zivilisationskrankheiten eingeht, löst einen wahren Hype aus. In Foren und Sozialen Netzwerken dreht sich plötzlich alles um „How not to die“. Menschen beschäftigen sich auf einmal mit pflanzenbasierter gesunder Ernährung, die vor ein paar Monaten noch stark übergewichtig und schwer krank waren, von Hülsenfrüchten, Obst und Kernen nichts hören wollten. Dr. Michael Greger hat sie erreicht und wird den Ruf eines Ernährungsgurus nur noch schwer los.

Das How not to die Kochbuch
Das Begleitbuch zum Bestseller: „Das How not to die Kochbuch“ hält die besten Rezepte von Dr. Michael Greger bereit.

 

Das Postfach des Autors läuft voll: Fragen zu seinem Täglichen Dutzend erreichen ihn. Interesse an der Art, wie er sich ernährt, breitet sich aus. Auf all die Fragen hat der Mediziner nun eine Antwort. „Das How not to die Kochbuch“. „Über 100 Rezepte, die Krankheiten vorbeugen und heilen“, heißt es im Untertitel des Werkes, das vor Kurzem in deutscher Sprache im Narayana Verlag erschienen ist. Es kommt wie das Begleitbuch zu „How not to die“ daher, wie eine praktische Anleitung dessen, was man im Bestseller in der Theorie bereits erfahren hat.

„Viele Menschen erzählten mir, How not to die sei ihre Ernährungsbibel.“

„Das How not to die Kochbuch“ konzentriert sich auf Gregers „Tägliches Dutzend“ – auf die Lebensmittel, die man seinem Körper täglich in ausreichender Menge für einen gesunden Lebensstil zuführen sollte. „Um all die von mir empfohlenen Zutaten unterzubringen, müssen Sie jeden Tag 24 Häkchen setzen. Daher bakam ich viele Anfragen nach Menüplänen und Rezepten, mit denen sich das Tägliche Dutzend leicht erreichen lassen kann“, geht der Autor zu Beginn auf seine Motivation ein, ein Kochbuch zu schreiben. Den ernährungswissenschaftlichen Teil hält er in diesem Werk bewusst sehr kurz, hat er diesen in seinem Bestseller schließlich schon ausreichend beleuchtet.

Ist es Zufall oder Schicksal, dass das Kochbuch die Rezepte in zwölf Kapiteln zusammenfasst? Ein Dutzend? Diese Kapitel stillen sämtliche Gelüste, die aufkommen können – angefangen von einfachen Frühstücksideen über Snacks und Aufstriche sowie Beilagen bis hin zu Hauptgerichten. Dazwischen finden sich Rezepte für gesunde Drinks, für Salate samt Dressings, Suppen für die kalten Tage und auch Süßes für die Naschkatzen. Den Auftakt der Rezeptesammlung machen die Grundrezepte – für Dinge, die man für gewöhnlich im Supermarkt kauft: Mandelmilch, Dattelsirup, pikante Gewürzmischung, Gemüsebrühe und Co. Erstaunlich leicht lassen sich diese Basics selbst herstellen – und in vielen Rezepten von Greger gleich anwenden.

Tägliches Dutzend leicht zu integrieren

Sich durch das Buch zu arbeiten, macht viel Freude. Kaum ein Rezept spricht einen nicht an oder wird überblättert, weil man sich denkt: „Viel zu kompliziert zuzubereiten“. Ganz im Gegenteil: In dem „How not to die Kochbuch“ erscheinen die Rezepte einfach nachahmbar – das unterstreicht auch der jeweilige Schwierigkeitsgrad, den Greger als Notiz mit angibt. Wer sich quer durch das Buch kocht, merkt schnell: Es ist gar nicht so schwer, die Lebensmittel des Täglichen Dutzend in seinen Speiseplan zu integrieren. Man muss nur lernen wie. Einen schnellen Überblick verschaffen hier die Angaben am Ende jedes Rezeptes. Hier nennt der Autor die Lebensmittel aus dem Täglichen Dutzend, die in dem Gericht integriert sind.

Eine persönliche Note verleiht der Ernährungswissenschaftler den Rezepten im jeweiligen Vorspann. Meist sind es nur Drei- oder Vierzeiler, in denen Greger auf die Hintergründe des Gerichts oder einer Zutat eingeht, nicht selten lassen sie einen schmunzeln. Der Ernährungsguru begibt sich auf Augenhöhe mit seinen Lesern, bleibt trotz seines Erfolgs und seines immensen Wissens bodenständig und äußerst sympathisch. Er hebt nicht den Zeigefinger, weil man hin und wieder Trash Food in sich reinstopft. Viel mehr ermuntert er dazu, sukzessive mehr und mehr pflanzenbasierte Nahrung in den Speiseplan zu integrieren und kleine Essenssünden einfach am nächsten Tag mit bewusster Ernährung auszuloten. Damit ist Gregers Begleitwerk mehr als ein reines Kochbuch.

Leckere Sattmacher für jede Tageszeit

schokoladiger Haferbrei
Der Schokoladige Haferbrei zählt zu den Frühstücksideen des Kochbuchs.

Was ist nun aber mit den Rezepten? Die machen satt und sind wirklich lecker. Einige habe ich inzwischen nachgekocht, keins hat mich enttäuscht. Besonders angetan haben es mir die Frühstücksideen. Als jemand, der das Frühstück unter der Woche meistens beiläufig am Schreibtisch zu sich nimmt, war ich da bislang wenig abwechslungsreich. Brot oder Müsli – das sind die Standards. Inzwischen habe ich mein Repertoire bereits um den Sommerlichen Haferbrei und den Schokoladigen Haferbrei erweitert. Weitere Frühstücksideen von Dr. Michael Greger werden nach und nach noch ihren Weg in meinen Alltag finden.

Was das Buch auszeichnet, ist seine Vielfalt in den jeweiligen Kapiteln. Es ist für jeden Anlass, für jeden Geschmack und für jede Jahreszeit etwas dabei. Seien es Pesto-Karottennudeln mit weißen Bohnen und Tomaten für die warmen Tage, an denen einem etwas Leichtes ausreicht, oder die herzhaften rauchigen Schwarzaugenbohnen und Kohlblätter für die kühlen Tage, an denen es ruhig etwas würziger und kräftiger sein darf – Gregers Küche kennt keine Grenzen.

„Wenn Sie sich Ihre Gesundheit gründlich ruinieren wollen, brauchen Sie sich dafür nur Desserts zubereiten, die aus Weißmehl, Zucker, Eiern und Milchprodukten bestehen.“

Pesto-Karottennudeln
Low Carb und lecker: Pesto-Karottennudeln mit weißen Bohnen und Tomaten.

Süße Heißhungerattacken sind in Gregers Neuerscheinung durchaus erlaubt – vorausgesetzt sie kommen ohne die oben genannten Zutaten aus. Und das tun sie. Das Wasser läuft einem im Mund zusammen beim Blick auf die Abbildung der rohveganen Brownies. Man sehnt sich nach einer kleinen Erfrischung beim Lesen des Rezeptes für Erdbeer-Bananen-Eiscreme. Bei bewusster, pflanzenbasierter Ernährung ist so vieles möglich. Die Wege dazu zeigt der US-amerikanische Mediziner Schritt für Schritt in seinem Kochbuch auf.

Für alle, die sich schwer tun, einen Essensplan zu erstellen, in dem das Tägliche Dutzend nicht zu kurz kommt, hat der Ernährungswissenschaftler am Ende des Buches Beispielmenüs für 14 Tage mit den Rezepten der vorherigen Seiten zusammengestellt. Dank der geringen Kaloriendichte pflanzenbasierter Gerichte sind die Menüs sehr reichlich. Ich persönlich würde vermutlich gar nicht so viel runterkriegen – auch wenn ich eine gute Esserin bin.

Einkauftipps runden „Das How not to die Kochbuch“ ab

Den Abschluss des Buches macht ein gemeinsamer Einkauf mit dem Autor: Er zeigt auf, worauf er beim Einkaufen achtet, bei welchen Regalen er einen Stop einlegt, wann er lieber zu Tiefkühl- und wann zu frischem Obst und Gemüse greift. „Es braucht Zeit, bis man sich eine wirklich großartige Küche eingerichtet hat“, rät er den Lesern dazu, selbst das Tempo zu bestimmen, mit dem man sich der pflanzenbasierten Ernährung annähern mag. In einer Liste stellt er zusammen, welche Lebensmittel immer im Vorratssschrank sein sollten, um vor allem das nachzukochen, was schmeckt und gut für den Körper ist: Dr. Michael Gregers Lieblingsgerichte, die er in dem „How not to die Kochbuch“ seinen Lesern vorstellt und dank denen das Tägliche Dutzend keine Hexerei mehr ist.

How not to die
  • Dr. Michael Greger mit Gene Stone,
    Das How not to die Kochbuch
  • 1. Auflage 2018
  • Verlag: Narayana Verlag
  • gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • ISBN: 978-3-96257-002-6
  • Preis: 29,- Euro (D)

Du interessierst dich für den Bestseller „How not to die“? Dann geht es hier entlang.

Hinterlasse einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

- Shopping List
x