Buchrezension "Glück"

Buchrezension „Glück – Jedem Tag einen Gedanken geben“

Wie unser Denken uns und unsere Welt verändert

„Change your thoughts and you change your world.“ (Norman Vincent Peale)

Macht es einen Unterschied, was wir denken? Gestalten wir mit unseren Gedanken unser Leben? „Du wirst morgen sein, was du heute denkst“ – lautet eine buddhistische Weisheit. Genau daran knüpft das Buch „Glück – Jedem Tag einen Gedanken geben“ der beiden Autorinnen Karin Lichtenstein und Inès Keerl an. Es ist ein Story-Ratgeber, aber keiner dieser „Du musst, du sollst“, sondern viel mehr einer von der Sorte „Probiere es einfach mal aus und beobachte, was es mit dir macht“. Ein toller Wegweiser zu mehr Achtsamkeit.

Buchrezension "Glück"
Glück ist ein großer Begriff, aber oft von ganz kleinen Dingen abhängig. Du kannst es mit deinen Gedanken bewusst steuern.

Glück ist ein großer Begriff. Jeder von uns strebt danach, wenige von uns sind davon erfüllt. Wir haben alles. Uns geht es gut. Aber glücklich fühlen wir uns selten und häufig nur für einen kurzen Moment. Zu oft machen wir unser Glück von anderem abhängig: von anderen Menschen, von Umständen, von Konsum… viel zu selten von uns selbst. Das will das Frauenpower-Autoren-Duo mit seinen „100 Gedanken, Inspirationen und Visionen zum glücklicher werden“ ändern. Das, wozu Karin Lichtenstein und Inès Keerl ihre Leser einladen, haben beide selbst erprobt und anschließend dominoeffektgleich eine Welle in ihrem Bekanntenkreis losgetreten. Funktioniert ihre Herangehensweise also bei jedem?

„Nichtigkeiten werden zu etwas Großartigem. Probleme werden angepackt, manchmal anders gelöst als erwartet. Dinge setzen sich neu zu etwas Besserem zusammen.“ (Karin Lichtenstein)

Es war Karin, die an einem stressigen Tag die Inspiration zu diesem Buch bekam – durch einen zitronengelben Schmetterling. Er entlockte ihr nicht nur ein Lächeln, er lud sie auch dazu ein, innezuhalten, ihr Bewusstsein zu schärfen und die Seele baumeln zu lassen. „Warum nicht jeden Tag mit einem neuen belebenden Gedanken beginnen?“, fragte sie sich und probierte es aus. Ihre Erfahrungen beschreibt sie im Buch wie folgt: „Ich hinterfragte, sah Dinge von einer völlig anderen Seite, ließ meinen Empfindungen dabei immer freien Lauf , machte keine Vorgaben. Das Leben fühlte sich vernetzter an. Mein Tag reicher.“

Das Geheimrezept zum Glücklichsein

Doch wie soll man die Sache mit dem Glücklich-Werden angehen? Anhand von vier Anwendungsbeispielen zeigen es Karin Lichtenstein und Inès Keerl auf und motiveren den Leser dazu, es selbst auszutesten. Das Geheimrezept dazu ist einfach: 100 Gedankensplitter haben die beiden für ihr Buch gesammelt, an denen man sich bedienen kann.

  • Wähle einen dieser Gedanken aus.
  • Veranschauliche ihn dir während des ganzen Tages, egal ob visuell oder gedanklich.
  • Verbinde den Gedanken mit allem, was dir während des Tages begegnet und reflektiere.
Buchrezension "Glück"
Welcher Gedanke soll es heute sein?

Klingt einfach, oder? Das habe ich mir auch gedacht und es einfach probiert. Es fiel mir nicht schwer, den passenden Gedanken für einen Tag aus der bunten Sammlung zu filtern. Meine erste Wahl war „Akzeptieren“. Ich steckte in einer emotional schwierigen Phase, ließ mich viel zu sehr von dem Verhalten und der Unfähigkeit anderer herunterziehen. „Akzeptieren“ schien mir da absolut passend. Immer wieder rief ich mir an diesem Tag diesen Gedanken in Erinnerung. Auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn. Bei der Arbeit selbst. Im Umgang mit meinen Mitmenschen. Wie ein „Omm“ lag mit an diesem Tag das „Akzeptieren“ auf den Lippen. Wo ich mich sonst gerne hineinsteigere, zu begreifen versuche, wo es nichts zu begreifen gibt, und mir den Kopf über Dinge zerbreche, die ich nicht beeinflussen oder verändern kann, machte ich gedanklich einen Haken: „Akzeptieren“. Das tat mir gut: Denn ich fühlte, wie ich mehr im Hier und Jetzt war, gedanklich nicht abdriftete und am Abend weniger Ballast mit mir herumschleppte.

„Durch Gedanken sind wir fähig, Dinge anders oder neu zu betrachten, Schlüsse zu ziehen, Entscheidungen zu treffen.“

Im Praxisteil des Buches ist Platz, um genau diese Gedanken und Erfahrungen, die einem während des Tages begegnen, zu sammeln und zu notieren. Er lädt dazu ein, sich mit dem Erleben auseinanderzusetzen, zu reflektieren. Was hat der Gedanke mit mir gemacht? Hat er mir neue Wege aufgezeigt, andere Sichtweisen erschlossen? Wie ging es mir damit?

Wie aus Griesgram ein Lächeln wird

Buchrezension "Glück"
„Lächeln, immer lächeln“ gehört zu meinen Lieblingsgedanken, die glücklich machen.

Ich beschloss, das Experiment fortzusetzen. Meine nächsten Gedanken waren „Zuversicht haben“, „Freund sein“ und „Lächeln, immer lächeln“. Die Auswirkungen der letzten beiden Gedanken waren für mich wunderschön. Ich schenkte anderen mein Ohr, mein Vertrauen, mein Lächeln und ich bekam dadurch so viel Bereicherndes zurück. „Lächle und die Welt verändert sich“, besagt eine andere buddhistische Weisheit und genau das habe ich erfahren. Vielleicht mag sich der ein oder andere, der mir an jenem Tag begegnet ist, gefragt haben, warum ich grundlos vor mich hinlächele. Doch es gab kaum jemanden, der das Lächeln nicht mit einem Lächeln seinerseits erwiderte. Der Griesgram wich aus den Gesichtern und in dem Moment zählte einfach nur dieses kleine Sekundenglück des Lächelns. Am Abend lag ich zufrieden im Bett. Vielleicht sollte ich öfter lächeln, dachte ich mir. Es ist nicht schwer, kostet nichts, macht die Welt aber um so vieles reicher.

„Jeder ist seines Glückes Schmied.“

Seit „Glück – Jedem Tag einen Gedanken geben“ bei mir zu Hause eingezogen ist, arbeite ich regelmäßig damit. Zugegeben: Es ist noch nicht jeder Tag, dem ich einen Gedanken gebe. Aber es sind die Tage, bei denen ich schon am Morgen weiß, dass sie eine Herausforderung werden könnten. An solchen Tagen wähle ich morgens bei einer Tasse Tee meinen Tagesgedanken aus. Es ist inzwischen nicht mehr immer einer aus der Sammlung von Karin Lichtenstein und Inès Keerl. Es ist der Gedanke, der mir gerade passend erscheint. „Loslassen“, „Für andere da sein“, „Lebe!“, „Mit dir selbst im Reinen sein“: Es gibt zig Möglichkeiten, die einem nie ausgehen – ganz egal, wie viele Tage einem das Leben schenken mag.

Mehr BewusstSEIN schaffen

Natürlich haben die beiden Autorinnen die Idee, dass Gedanken unser Leben verändern, nicht neu erfunden. In anderen Kulturkreisen ist sie täglicher Usus. Doch in unserem hektischen Alltag, in dem wir oft von A nach B hechten, alles durchgetaktet ist, wenig Raum für Spontaneität bleibt, kommt genau das bei vielen zu kurz. Das Nachdenken, das Bewusst-Denken, das Innehalten und Reflektieren. Hierzu stupsen die beiden den Leser an: sanft und sympathisch, ohne zu belehren, sondern einfach nur, um zu bereichern. Ein Experiment, das ihnen durch und durch glückt…

Glück
  • Karin Lichtenstein & Inès Keerl,
    Glück – Jedem Tag einen Gedanken geben
  • 1. Auflage 2019
  • Independently published
  • Paperback, 96 Seiten
  • ISBN 978-1-70154-524-3
  • Preis: 12,99 Euro (D)

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