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Low-Waste: So vermeidest du Müll in der Küche

12 Küchen-Tipps, mit denen du der Umwelt Gutes tust

Überall ist er und es ist gar nicht so leicht, von ihm loszukommen. Die Rede ist von Müll. Er sammelt sich einfach überall an. Und obwohl wir beide wissen, wie schlecht Müll für unsere Umwelt, unser Ökosystem ist, fühlen wir uns doch ein wenig machtlos. Wie kann man dem ganzen Abfallwahn entkommen? Die Zero-Waste-Bewegung macht es vor. Doch von heute auf morgen von 0 auf 100 – da stößt man im Alltag schnell an seine Grenzen. Mein Motto ist deshalb: Low-Waste. Ich versuche mir mein Müllaufkommen bewusst zu machen und überlege mir, was sich optimieren lässt, um in Zukunft weniger Müll zu produzieren. Von perfekt bin ich noch weit entfernt. Mir fehlt es nach wie vor an umweltfreundlichen Alternativen für vieles, Küchenrolle etwa. Aber ein Anfang ist gemacht. Und weil das Reich eines Food-Bloggers nun mal die Küche ist, habe ich für dich 12 Low-Waste-Tipps aus meinem Alltag: Mit diesen gelingt es mir (und vielleicht auch dir), weniger Müll in der Küche zu produzieren. Hast du noch weitere Tipps auf Lager?

1. Glas- statt Plastikverpackungen

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Low-Waste beginnt schon beim Einkauf: lieber Lebensmittel im Glas statt in Büchsen oder Plastikverpackung kaufen.

Umweltbewusstsein beginnt bereits beim Einkauf. Auch wer keinen Unverpackt-Laden in der Nähe hat, kann einen Beitrag leisten. Ich achte beim Einkaufen darauf, lieber Produkte in Glas- statt in Plastik- oder Aluverpackungen zu kaufen. Also lieber den Senf aus dem Glas statt den aus der Tube nehmen, lieber die Büchse mit den Kichererbsen stehen lassen und zu denen im Glas greifen. Einfach, oder?

 

 

2. Gläser wiederverwenden – nicht wegwerfen

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Gläser lassen sich wunderbar weiter verwenden. Du kannst nicht nur tolle Sachen einkochen, sondern damit auch im Unverpackt-Laden einkaufen.

Wohin mit den Gläsern? Anstatt sie wegzuwerfen kannst du sie einfach wieder befüllen. Sie sind vielfältig nutzbar. Zum einen kannst du sie zum Einkochen und zur Lagerung von Soßen, Marmeladen oder Sirup verwenden. Du kannst sie für Vorräte nutzen. Mit ihnen lässt es sich super im Unverpackt-Laden einkaufen. Ich fülle in Gläser gerne auch Müsli für die Arbeit ab. Und wenn du Löcher in den Deckel der Gläser machst, kannst du sogar Sprossen darin ziehen. Zum Wegwerfen sind sie also echt zu schade.

 

3. Grillen mit einer Permanent-Grillschale

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Sinnvolle Alternative zu Alu-Grillschalen: Permanent-Grillschalen kannst du wieder und wieder verwenden.

Wer viel Gemüse grillt, kommt ohne Grillschale nicht aus. Es müssen aber nicht die Einwegschalen aus Alu sein. Dieses Jahr habe ich mir endlich eine Permanent-Grillschale angeschafft. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, Größen und Materialien. Viele davon sind aus Edelstahl. Zugegeben: Das Reinigen macht keinen Spaß. Man muss gut schrubben, bis sich Eingebranntes von der Schale löst. Aber was tut man nicht alles für die Umwelt?!

 

 

4. Backen mit Backfolie

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Backpapier passé: Backfolien sind abwaschbar und mehrere Jahre nutzbar.

Backpapier war gestern: In der Low-Waste-Küche sind Backfolien angesagt. Diese sind abwasch- und somit wiederverwertbar. Drei Stück habe ich inzwischen, was vor allem in der Weihnachtszeit, wenn zum Plätzchenbacken mehrere Ofenbleche zeitgleich in Betrieb sind, ziemlich praktisch ist. Einziger Nachteil: Sie sind nicht schnittfest – der Pizzaschneider hat schon seine Spuren hinterlassen 😉

 

5. Abwarten und papierfilterlos Tee trinken

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Für meinen Tee verwende ich am liebsten Goldfilter. Es gibt aber auch Alternativen, zum Beispiel in Katzenform.

Wie viel Tee trinkst du am Tag? An Arbeitstagen bin ich mit bis zu fünf Tassen Tee am Start. Jedes Mal einen Papierfilter zu verwenden, wäre kein guter Zug für die Umwelt. Deshalb setze ich auf Goldfilter. In diese einfach den losen Tee reingeben, mit heißem Wasser übergießen, ziehen lassen, aus der Tasse nehmen, Teeblätter wegkippen und die Filter spülen (sind sogar spülmaschinenfest). Mein erster Goldfilter hat rund zehn Jahre gehalten, bis die Filternähte langsam aufgegangen sind. Daher ein absolutes Muss für Low-Waste-Haushalte. Inzwischen gibt es auch tolle Alternativen aus Plastik, die jahrelang eingesetzt werden können.

 

6. Für die Teeparty: Tee-Aufbereiter

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Für größere Mengen von Tee bietet sich ein Tee-Aufbereiter an. Abfall? Neben dem Tee: zero!

Wenn du größere Mengen Tee kochen willst, wird es irgendwann mit dem Goldfilter eng. Hier rate ich zu einem Tee-Aufbereiter (funktioniert auch mit Kaffee). In diesen Kannen ist der Teefilter schon integriert und du brauchst keinen zusätzlichen Küchenhelfer für dein Heißgetränk.

 

 

7. Ab in die Maschine mit dem Lappen

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Benutzen, auskochen, wieder benutzen: Spüllappen sind keine Einwegprodukte.

Spüllappen und Spülschwämme lassen sich länger als nur ein paar Tage verwenden. Du kannst sie nämlich prima waschen. Um Keime abzutöten ist es wichtig, dass du sie bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine kochst. Danach einfach trocknen lassen und schon ist der Lappen wie neu. Naja zumindest fast. Meine verwende ich meistens so lange, bis sie mehr Löcher als alles andere haben 😉 Spülbürsten kannst du übrigens ebenfalls länger nutzen. Diese hin und wieder einfach mit in die Spülmaschine legen – schon sind sie wieder sauber.

 

8. Eiswürfel: Ja! Plastikbeutel: Nein!

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In Silikonformen kannst du hübsche Eiswürfel machen – ganz ohne Plastikbeutel

Ein kühler Drink ist etwas Feines. Vor allem im Sommer muss man mit Eiswürfeln nachhelfen, um das Getränk kühl zu halten. Wie machst du deine Eiswürfel? Plastikbeutel müssen nicht sein. Denn es gibt tolle Formen aus Silikon. In diese einfach Wasser einfüllen und in das Gefrierfach geben. Die Formen lassen sich in der Spülmaschine einfach reinigen. Inzwischen habe ich sogar ein paar Mal Permanent-Eiswürfel im Laden entdeckt: Kleine Würfel aus Silikon, die mit irgendeiner Flüssigkeit gefüllt sind. An die habe ich mich aber noch nicht rangetraut. Hast du damit Erfahrung?

9. Her mit dem Küchen-Kondom!

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Das Küchen-Kondom: Statt Alu- oder Frischhaltefolie einfach einen Permanent-Überzieher verwenden.

Er sieht vielleicht lustig aus, ist aber durchaus praktisch: der Überzieher. Ich nenne ihn liebevoll auch Küchen-Kondom, weil ich den richtigen Namen für diesen Utensil nicht kenne. Der Überzieher ersetzt Alu- und Frischhaltefolie. Es gibt ihn in verschiedenen Größen. Ich habe drei davon. Die eine eignet sich super, um die angeschnittene Salatgurke an der Schnittstelle abzudecken (oder die Zitrone, Zwiebel…). Die beiden anderen eignen sich für kleine und große Dosen (ja, manche Lebensmittel sind schwer in Gläsern zu bekommen – Katzenfutter zum Beispiel). Im Einsatz sind die Küchen-Kondome bei mir immer und die Reinigung ist kinderleicht: Die Überzieher sind spülmaschinenfest.

 

10. Mit Öko-Röhrchen schlürfen und blubbern

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Schlürfen und blubbern: Statt Einwegröhrchen verwende ich welche aus Bambus und Permanent-Plastik-Röhrchen.

Cocktails ohne Röhrchen trinken? Das schmeckt irgendwie nicht. Mit gutem Gewissen ein Plastik-Röhrchen zu verwenden funktioniert aber spätestens seit diesem Jahr auch nicht mehr. Die Lösung für diesen Konflikt ist nicht weit: Inzwischen gibt es tolle Alternativen. Was vor zwei, drei Jahren noch Permanent-Plastik-Röhrchen waren, sind heute Röhrchen aus Bambus, Glas oder Edelstahl. In meine Low-Waste-Küche sind Bambus-Röhrchen eingezogen – echte balinesische. Mit einem Pfeifenreiniger lassen sie sich prima säubern – und der Cocktail mit gutem Gewissen schlürfen.

 

11. Untersetzer sind praktisch – und abwaschbar

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Langlebig und abwaschbar sind meine Untersetzer. Kleckern ist also erlaubt.

Kleckern erlaubt: Und zwar auf meinen abwaschbaren Untersetzern. Diese sind super praktisch, müssen nicht mit jedem Fleck entsorgt werden oder in die Waschmaschine, sondern lassen sich einfach mit einem feuchten Lappen reinigen. So macht kleckern Spaß!

 

 

 

12. Bio-Müll kommt mir nicht in die Tüte

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Meinen Eimer für den Bio-Müll lege ich mit Zeitungspapier aus. Keine Tüte notwendig.

Biologisch abbaubare Tüten sind zwar ein Fortschritt, aber absolut unnötig. Warum soll ich Bio-Müll in eine Tüte packen, wenn ein biologisch abbaubares Produkt regelmäßig in meinem Briefkasten landet? Den Eimer für meinen Bio-Müll lege ich mit Zeitung aus und wenn er voll ist, wickle ich den Inhalt in Zeitungspapier ein, bevor ich den Müll raus in die Tonne werfe. So hat die Zeitung auch nach dem Auslesen noch einen Sinn.

 

 

Hast du noch weitere Haushaltstipps für Low-Waste in der Küche? Lass mir gerne einen Kommentar da – und wir runden die Liste gemeinsam ab.

 

Comments (2)

  • Georgia

    Liebe Vanessa, das Thema Zero Waste beschäftigt mich auch schon eine Weile! Was ich mittlerweile nutze: waschbare Stoffservietten anstatt welche zum Wegwerfen. Ausserdem habe ich ein altes großes Handtuch in kleinere Lappen geschnitten u verwende diese anstatt Küchentüchern beim Trockenwischen der Küchenarbeitsplatte, nach mehrfacher Nutzung kommen diese dann in Waschmaschine. Für unterwegs habe ich einen Bambusbecher für Heissgetränke-to-go & ich habe mir eine Edelstahlbrotbox besorgt für mein Essen, das ich zur Arbeit mitnehme. Außerdem musste es eine wiederbefüllbare
    Edelstahltrinkflasche sein. Im Badezimmer versuche ich auch umzusteigen, aber du hast hier ja vom food Bereich geschrieben. 🙂 Herzliche Grüße!! Georgia

    • Vanessa Schäfer

      Hallo Georgia,
      danke für deinen Kommentar. Du machst ja schon richtig viel! Ich glaub‘, genau darum geht es auch. Es muss nicht alles perfekt sein. Aber jeder sollte mit kleinen Schritten einen Anfang machen – damit ist der Umwelt schon viel geholfen. Die Idee, alte Geschirrhandtücher zu zerschneiden und als Küchentücher zu verwenden, finde ich klasse. Da bin ich noch gar nicht drauf gekommen.
      Im Bad habe ich einen Großteil auch schon umgestellt und arbeite weiter dran. Statt Flüssigseife gibt es seit ein paar Jahren wieder feste. Bei Shampoo, Spülung und Duschgel greife ich inzwischen auch weitgehend auf feste Alternativen zurück, auch wenn man da anfangs ein bisschen testen muss, welches Produkt am besten für Haut und Haare funktioniert. Statt Tampons verwende ich seit drei oder vier Jahren eine Menstruationstasse und bei Waschmittel greife ich weitgehend auf Kastanien zurück. Auch hier sind es erst kleine Schritte. Aber die führen in die richtige Richtung. Hast du fürs Badezimmer noch gute Tipps für weniger Müll?

      Liebe Grüße
      Vanessa

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