Selbstversorger

Selbstversorger (1): Aller Anfang ist schwer…

…und zwar im wortwörtlichen Sinne: acht 40-Kilogramm-Säcke Blumenerde, vier 20-Kilogramm-Säcke Anzuchterde – und zwei Säcke Laub zur Entspannung. Das ist Workout, das ist Gartenarbeit. Aber zurück zum Anfang. Da ist dieser Traum: eines Tages Selbstversorger sein, autark leben. Ein Tiny-House irgendwo auf einem großen Grundstück, auf dem es wuchert, blüht, wächst und gedeiht. Ein Permakultur-Garten wäre schön, in dem man zu jeder Jahreszeit ernten und sich von dem ernähren kann, was man selbst groß gezogen hat – ohne den Einsatz von Chemiekeulen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Aber dazu sind schließlich Träume da, oder? Um sich zu motivieren, etwas vor Augen zu haben und in kleinen Schritten seinem Ziel näher zu kommen.

Wie die Jungfrau zum Kind

Der erste kleine Schritt in Sachen Pflanzenanbau hat sich im letzten Jahr sehr spontan ergeben. Ich bin nicht gerade mit einem grünen Daumen gesegnet. In Sachen Unkrautaufzucht bin ich ziemlich talentiert. Aber alles was darüber und über Kakteen und Grünlilien hinaus geht, ist eigentlich von Anfang an dem Tod geweiht, wenn es in meine Hände kommt. Und wenn man das weiß, lässt man es am besten gleich sein. So mein Gedanke. Doch Pustekuchen. Einen dienstlichen Auftrag in einer Gärtnerei später stand ich mit drei Mini-Gemüsepflänzchen in meinem Mini-Unkrautgarten. Als Dankeschön hat der Gärtner mir zwei Tomatengewächse und eine Snack-Gurken-Pflanze mitgegeben. Und so stand ich da. Ohne Töpfe, ohne Erde, ohne Ahnung. Ein paar Monate später jedoch sah das Ganze anders aus: Zugegeben Ahnung hatte ich immer noch nicht. Aber braucht man die, wenn die Pflanzen auch ohne groß werden und tolle Ernteerträge liefern?

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Aus 15 Zentimeter mickrigen Pflänzchen sind große Pflanzen geworden, die gut Ernte abwerfen.

Ja, wie du siehst, haben die Pflanzen überlebt. Ich habe improvisiert, Tonkübel und Erde organsiert und sogar Stecken, um die sich die Pflanzen ranken können – auch wenn ich am Anfang nicht davon ausgegangen bin, dass die 15 Zentimeter mickrigen Pflänzchen jemals Ambitionen dazu zeigen würden. Ansonsten habe ich nicht viel mit den Pflanzen gemacht. Ab und an ein bisschen Bio-Dünger in die Erde, jeden Tag ein bisschen Wasser. Wie man Tomaten ausdünnt, weiß ich bis heute nicht. Aber mein Unwissen hat offenbar nicht geschadet.

Nicht mehr zu bremsen

Mit diesem Erfolgserlebnis kam der Wunsch in mir auf, im nächsten Jahr noch mehr zu versuchen. Ich beschäftigte mich mit Hochbeeten und mit Permakultur. Und als die ersten Sonnenstrahlen die kalte Winterluft durchbrachen, war es soweit: Ich kaufte Gemüsesamen … und zwei Wochen später zwei erhöhte Pflanzbeete von je 1 x 1 Meter. Und jetzt ging es endlich los. Das schöne Wetter am Wochenende nutzten meine Tante und ich, um das Projekt Selbstversorger zu starten. Zusammengesteckt waren die Beete schnell. Kraftaufwändiger war es, ein Stück Boden abzutragen, um die Beete halbwegs eben stellen zu können. Wir sammelten Laub und Äste, kauften Erde und Hydrokugeln und in mehreren Stunden Arbeiten verschafften wir alles schichtweise in den Beeten. Alleine wäre das alles kaum zu stemmen gewesen. Daher vielen Dank, liebe Petra, für deine Unterstützung.

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Sitzt, passt, wackelt und hat Luft. Die große Herausforderung besteht darin, das Beet halbwegs eben zu setzen.

Das erste Beet ist inzwischen bereits belegt. Hier habe ich die ersten Samen eingesät: Rucola, ein anderer Blattsalat, Feldsalat und Radieschen. Ich bin gespannt, ob sich da in den nächsten Wochen etwas tut. Das andere Beet wird mit Küchenkräutern bestückt werden. Minze, Petersilie, Basilikum, Thymian … alles, was in Schürzenträgerins Küche verarbeitet wird 🙂 Wenn du irgendwelche Tipps in Sachen Gemüseanbau hast, schreib‘ gerne einen Kommentar oder eine Nachricht. Ich bin um jeden Rat dankbar und gebe dir hier regelmäßig einen Einblick in die Erfolge und Misserfolge des Projekts Selbstversorger.

Übrigens: Tomaten und Gurken werde ich auch dieses Jahr wieder in großen Kübeln setzen. Egal, ob sie gedeihen oder nicht – ein Versuch ist es wert. Schließlich haben sie mich dazu inspiriert, einen Schritt weiter zu gehen. Einen kleinen Schritt näher am Ziel, irgendwann einmal autark zu leben.

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Die Spannung steigt: Jetzt heißt es abwarten, was sich hier in den nächsten Wochen tut oder auch nicht tut.

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