Pflanzenbasierte Fata Morgana in einer Fleisch-Wüste

Veganismus für alle Sinne auf der VeganFach

Flash! Bäm! Boah! Stell dir vor, du bist am Esstisch der Außenseiter. Musst dich ständig für das rechtfertigen, was du isst und was du nicht isst. Bekommst kritische Blicke zugeworfen, wenn du was von Klimawandel im Zusammenhang mit Schnitzel faselst. Wirst mit einem „Du allein wirst den Planeten auch nicht retten“ belächelt. Und dann betrittst du auf einmal eine Halle, die aus allen Nähten platzt: eine Messehalle gefüllt mit Menschen, vor denen du dich nicht rechtfertigen musst. Die dich nicht belächeln. Mitmenschen, die einfach so ticken wie du. Da weißt du: Du bist nicht allein, um den Planeten zu retten. Eigentlich sind wir ganz viele, heute versammelt auf der VeganFach – Europas größter und internationalster Vegan-Messe.

VeganFach
Veganer sind eine Minderheit?! Nicht auf der VeganFach. Die Messehalle ist glockenvoll.

Dass ich Eintrittskarten für das Event in Köln gewonnen habe, schien mir, als hätte das Schicksal zugeschlagen: Jetzt, da ich mitten in meinem veganen Selbstversuch stecke, muss das ein Zeichen sein. Und vielleicht war es das. In der Messehalle angekommen überschlagen sich erst einmal die Eindrücke, wie das eben bei Messen so ist. Über 130 Aussteller aus rund 15  Ländern zeigen, dass Mode, Kosmetik und Nahrung komplett tierleidfrei geht. Als Leser von schuerzentraegerin.de wird es dich kaum wundern, dass ich bei meiner Runde durch die Halle für Mode und Kosmetik kaum Augen habe. Viel mehr locken mich die Stände mit den herzhaften und süßen Leckereien an.

Alles Käse, oder was?!

Meine größte Motivation, die 250 Kilometer Richtung Nordwesten aufzunehmen? Eine adäquate Käsealternative zu entdecken. Mission geglückt? Ja! Vielleicht erinnerst du dich an meine bisher einzige Begegnung mit veganem Käse?! Sie war furchtbar. Die Scheiben rochen nicht wie Käse, schmeckten nach Chemie und hatten eine Konsistenz, die sich nicht in Worte fassen lässt. Was finden die ganzen Veganer an so einem Käse-Ersatz? Das habe ich mich gefragt und mich bei der VeganFach einfach mal durchprobiert: geschmolzener Pizza-Reibekäse am Stand von Simply V, am anderen Hallenende ein Käse auf Kokos-Basis und schließlich bis zum Tresen von Happy Cheeze durchgeboxt, um ein Stück Camembert zu ergattern. Der negativen Begegnung mit dem veganen Chemie-Käse stehen jetzt positive gegenüber. Und obwohl mein Verlangen nach Käse gerade gleich Null ist – Casomorphinsucht überwunden *juhu* – entscheide ich mich, doch das ein oder andere Alternativ-Exemplar zu kaufen.

Grenzenloses Meer an Genüssen auf der VeganFach

VeganFach
Noa hat nicht nur Aufstriche im Gepäck, sondern auch Gemüsescheiben.

Die Messe stillt nicht nur meine Neugier nach Käse-Alternativen. Endlich bietet sich die Gelegenheit, die Noa-Gemüsescheiben mal zu testen. Es gibt die Möglichkeit, leckere Soßen zu dippen und die extravaganteste Schokolade zu genießen. Mit jedem Schritt durch die Messehalle tauche ich mehr in die vegane Welt ein, die an Genüssen ebenso grenzenlos wirkt, wie die non-vegane. Das macht Spaß. Es gibt für jeden etwas zu entdecken. Kaffee mit aufgeschäumter Pflanzenmilch. Soja-Eis in den buntesten Geschmacksrichtungen. Spannende Diskussionen auf dem Grünen Sofa. Koch-Einlagen mit Björn Moschinski. Die VeganFach wirkt ein bisschen wie eine pflanzenbasierte Fata Morgana in einer Fleisch-Wüste.

Stundenlang kannst du dort verweilen, wenn dir danach ist. Inspiration schöpfen. Dazu tragen vor allem die guten Gespräche bei, die du mit Ausstellern und anderen Besuchern führen kannst. Und ja: Natürlich geht es auch bei der VeganFach um Profit. Aber letztendlich steckt dahinter fast bei allen Ausstellern die gute Absicht. Eine Ideologie. Es macht Spaß, Menschen zu treffen, die dieselben Ansichten teilen wie du. Dieser Spirit ist bei der Vegan-Messe deutlich zu spüren: Gemeinsam sind wir ganz schön viele.

Austausch unter Gleichgesinnten

VeganFach
Schriftlich haben wir uns zwar schon ausgetauscht, jetzt ist es Zeit für ein Kennenlernen in Farbe: das Team von Berlin Organics.

Fast drei Stunden schlendere ich durch die Halle, stöbere an den Ständen und kann hier und da den Messeangeboten nicht widerstehen. Die Eindrücke sind immens. Vegan mit allen Sinnen erleben. Der leckere Duft der Lupinenpfannkuchen von Samy und Sven von Salu Vegan dringt in meine Nase. Vegan-Koch Björn geht zurück ins Jahr 1991 und berichtet mir von einem Massentierhaltungsartikel in der Bravo, der ihn zum Vegetarier werden ließ. Bei der Leckerschmecker Küchenfee lachen einen vegane Cookies an. Einen grünen Smoothie zur Stärkung gibt es bei Carolin und Klaas von Berlin Organics, die ich erstmals live erlebe. Es sind rundum angenehme Stunden in einer anderen Welt. In einer, in der du dich nicht rechtfertigen musst. In der dir keiner kritische Blicke zuwirft. In der dich keiner müde belächelt. Auf der VeganFach ist es normal anders zu sein – anders zugunsten unserer Umwelt.

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