Jahresrückblick

Darf’s ein bisschen mehr sein, 2018?!

Jahresrückblick und eine kleine Preview

Another year goes by… Wahnsinn, oder? Gerade erst hat das Jahr 2017 angefangen und schon ist es wieder vorbei. Wie im Zeitraffer ist es  an mir vorübergeflogen. Zeit zum Verarbeiten blieb kaum und ich gebe zu: So richtig ruhig zum Innekehren, Revue passieren lassen und Pläne für das kommende Jahr schmieden ist die Zeit zwischen den Jahren nicht. 2018 rückt mit großen Schritten näher und da steht wieder allerhand an. Für dich nehme ich mir jedoch einen Augenblick, um mit dir noch einmal im Schnelldurchlauf durch mein Jahr 2017 zu hopsen und dir dann eine kleine Vorschau der Dinge zu geben, die für das bevorstehende Jahr auf meiner To-do-Liste stehen.

Gehen wir also nochmal zurück zum vergangenen Jahreswechsel. Vorsätze sind da, um gebrochen zu werden, heißt es so schön 😉 Richtig gebrochen habe ich zwar keinen, aber wenn du dir meine Jahresvorschau für 2017 durchliest, wirst du merken, dass ich in manchen Dingen ein bisschen nachlässig war. „Hey Vanessa, wo sind denn deine Rezepte für selbst gemachten veganen Käse?“, fragst du dich jetzt vielleicht. Das stand damals tatsächlich auf der Agenda. Ich könnte jetzt versuchen, mich damit zu rechtfertigen, dass ich vieles probiert habe, was nicht gelungen ist. Oder dass ein richtiger Clue bevorsteht. Aber nein, shame on me. Ich bin schlichtweg zum veganen Käse nicht gekommen. Mein Jahr 2017 war ziemlich turbulent – und zwar in allen Facetten. Es gab schlichtweg mehr von allem: mehr Sorgen, mehr Freude, mehr Theater, mehr zu tun. „Darf’s ein bisschen mehr sein?“, hat 2017 gefragt und meine Antwort gar nicht erst abgewartet.

Einen Schritt weiter als geplant

Halbmarathon
Halbmarathon, check!

In anderer Hinsicht war ich dagegen ganz erfolgreich und habe meine Vorhaben ziemlich gut umgesetzt. Bleiben wir beim Käse. Angepeilt war, meinen Käsekonsum zurückzuschrauben. Das jetzige Ergebnis hätte ich vor einem Jahr nicht mal für möglich gehalten: Seit 14. Oktober bin ich quasi clean. Ich ernähre mich vegan, soweit es der Alltag und das Angebot zulassen. Geplant hatte ich das nicht, aber wie es dazu kam, kannst du hier nachlesen. Im Nachgang betrachtet mehr oder weniger eine der besten Entscheidungen in diesem Jahr. Zumindest auf der gleichen Ebene wie mein sportlicher Vorsatz: Die Challenge Halbmarathon habe ich im September mit einer mehr als erträumenswerten Zeit von 1:42:33 gemeistert. Darauf bin ich schon ein kleines bisschen stolz. Schließlich gab es Zeiten, in denen meine Devise „Sport ist Mord“ hieß und mein innerer Schweinehund größer als ich selbst war – was bei 1,56 m ehrlich gesagt keine allzu große Kunst ist 😉

Und dann war da noch die Sache mit dem Plastikmüll. Diese Sache würde ich mehr oder weniger als Neverending-Vorhaben beschreiben. Es hört nicht auf. Ist es mir zwar schon gelungen, einiges an Müll zu vermeiden, so geht diese Challenge auch in Zukunft weiter. Mich macht es inzwischen richtig rasend, wenn ich sehe, welche Unmengen an unnötigem Müll andere produzieren. Das fängt schon an, wenn ich in der Stadt bin und sehe, wie viele Leute mit einem Coffee-To-Go-Becher in der Hand rumlaufen. Oder welche, die trotz 20 Stofftaschen zu Hause weiterhin eine Plastiktüte kaufen. Oder im Supermarkt, wenn ein einzelner Apfel in eine Tüte gepackt wird. Sowas macht mich echt wütend und spornt mich umso mehr an, noch mehr auf meinen eigenen Müllkonsum zu achten.

Einmal wieder Kind sein

Jahresrückblick
Knisterndes Laub unter den Schuhsohlen beim Kastaniensammeln.

Nachhaltigkeit als Stichwort. Was diesen Punkt angeht, ist mir 2017 noch etwas gelungen, was ebenfalls nicht geplant war: Ich wasche meine Wäsche inzwischen mit Kastanien. Ja, jetzt werde ich richtig öko 😉 Nein, Spaß beiseite. In der Vergangenheit ist mir das Thema immer mal wieder begegnet. Und, wie du vielleicht weißt, bin ich ein sehr neugieriger Mensch. Sprich: Eigentlich wollte ich das nur mal ausprobieren, um zu gucken, ob es funktioniert. Wie mit dem vegan leben. Also habe ich Kastanien gesammelt wie damals als kleines Kind. Es war herrlich. Knisterndes Laub unter den Füßen. Kastanien, wohin das Auge reicht. Und schwups, keine Viertelstunde auf dem ehemaligen Reiterplatz und schon war meine Tasche voll bis oben hin. Das erste Mal mit Kastanien gewaschen, ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzugefügt, damit die Wäsche auch gut riecht, und schon war ich hin und weg: Das funktioniert tatsächlich. Und zwar richtig gut – und vor allem: mit richtig gutem Gewissen beim Waschen.

Ansonsten habe ich in diesem Jahr viele tolle Begegnungen gemacht. Unter anderem durch diesen Blog, der mir nach wie vor eine Herzensangelegenheit ist. Denn selbst, wenn die Welt um mich herum untergeht, auf ein Rezept jeden Mittwoch und Samstag kannst du dich verlassen 😉 Auf jeden Fall haben sich durch www.schuerzentraegerin.de interessante Bekanntschaften und noch interessantere Gespräche ergeben. Ihr habt mir tolles Feedback gegeben, manche Anregungen von euch habe ich sogar schon umsetzen können. Ich bin unglaublich dankbar für den Austausch. Fühlte ich mich vor einem Jahr mit meiner Einstellung häufig noch wie ein Außerirdischer auf Erden, so habe ich in diesem Jahr lernen können, dass ich nicht alleine bin: Es gibt so viele Leute, die ähnliche Ansichten teilen, dasselbe Ziel verfolgen, eine ähnliche Auffassung von Dingen haben und auf andere genauso allergisch (im übertragenen Sinne) reagieren wie man selbst. Und es tut so gut, auf einmal nicht mehr das schwarze Schaf zu sein, das aus der Reihe tanzt. Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass da eigentlich ganz viele von meiner Sorte sind.

Darüber hinaus hatte ich auch jenseits des Blogs viele tolle Menschen in meinem Umfeld und auch welche, die ich in diesem Jahr erst so richtig zu schätzen gelernt habe. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Menschen, die mir zur Seite standen, als im Frühjahr mein Kater verschwunden war und mit traumatisch bedingten epileptischen Anfällen wieder aufgetaucht ist. Ich weiß nicht, ob du dir vorstellen kannst, wie es sich anfühlt, wenn ein Lebewesen, das dir seit mehr als zehn Jahren täglich beiseite steht, jede Nacht dein Bett mit dir teilt, auf einmal einfach spurlos verschwindet?! Es war schlichtweg die Hölle. Warten wechselte sich ab mit Suchen, nächtliche Spaziergänge mit jeder Menge Sorgen und noch mehr Ungewissheit im Gepäck. Fünf Tage lang. Eine gefühlte Ewigkeit. Unterstützung und Beistand fand ich damals von Menschen, von denen ich es am wenigsten erwartet hätte. Zum Teil sogar Menschen, die ich noch nicht mal kannte und die lediglich durch meine Suche auf meinen Kater Silvester und mich aufmerksam wurden. Ein dickes Dankeschön an der Stelle noch mal an alle, die sich in den Zusammenhang angesprochen fühlen. Silvester geht es übrigens inzwischen wieder gut. Seine Epilepsie ist überstanden – hat nur Spuren in seinem Orientierungssinn hinterlassen, weshalb er jetzt ein Dasein als Hauskatze pflegt.

Qualität, Transparenz, Ehrlichkeit

Jahresrückblick
Mit Intersport ist 2017 eine schöne Kooperation geglückt.

Und jetzt machen wir einen Schnitt und schauen mal zusammen nach vorne, okay? Ich fange einfach mal mit dem Vorhaben an, das dich auch betrifft: dieser Food-Blog. Gerade in der zweiten Jahreshälfte 2017 hat der Blog einiges an Wachstum erfahren, es haben sich spannende Kooperationen (z.B. mit dem Mannheim Morgen, der Bruhrainer Zeitung und Intersport) ergeben und daran möchte ich natürlich auch in Zukunft anknüpfen. Es geht mir jedoch nicht um Wachsen auf Teufel komm raus. Sondern viel mehr um Qualität, Transparenz und Ehrlichkeit. Was ich auf dieser Seite mache, das muss ich sein. Das möchte ich vertreten und hinter dem möchte ich stehen können. Was vielleicht Wachstum bringen mag, sich mit meiner Einstellung nicht in Einklang bringen lässt, das hat auf diesem Blog keinen Platz. Das Konzept, sofern man es Konzept nennen kann, bleibt erhalten: Zwei Rezepte serviere ich dir pro Woche. Wenn sich sonst etwas Spannendes in puncto vegetarischer und veganer Lifestyle ergibt, gibt es zusätzlich einen Beitrag – nach Bedarf. Und hey, ob du es glaubst oder nicht: Für 2018 habe ich tatsächlich so etwas wie einen Redaktionsplan für diesen Blog erstellt. Damit sind wir schon bei einem weiteren Vorsatz: mich auch an diesen halten 😉

Jahresrückblick
Einmal und nie wieder: Triathlon im Jahr 2011. Bild: Oechsler

Und wie geht es in Sachen Sport weiter? Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie oft ich mir diese Frage in den letzten Tagen gestellt habe. Klar ist, dass ich sowohl an meinem regelmäßigen Ausdauer- als auch am Krafttraining festhalten werde. 2017 war ich in der Hinsicht sehr konsequent, habe ein ganzes Jahr durchgehalten, zwei- bis dreimal die Woche laufen zu gehen und im Schnitt mindestens einmal die Woche die Isomatte zu rocken. Da wäre es fatal, jetzt einfach zu sagen: Okay, das war’s. Das Training geht also weiter. Was mir jedoch noch fehlt, ist eine Challenge, auf die ich hin arbeite. Halbmarathon, weiß ich ja jetzt, schaffe ich. Deshalb fände ich es blöd, noch mal auf dasselbe Ziel hinzuarbeiten. Was aber stattdessen? Ein Triathlon? Den Gedanken habe ich schon fast verworfen, weil ich einfach ungern schwimme, wenn zig andere Starter gleichzeitig im Wasser sind und schwimmen, als ob es um ihr Leben ginge. Einmal und nie wieder habe ich mir 2011 geschworen. Reizen würde mich ein Wald-Cross-Lauf über rund 20 Kilometer, weil ich viel lieber auf Waldboden als auf Asphalt laufe. Allerdings habe ich bisher noch keinen passenden Wettbewerb mit der entsprechenden Distanz gefunden. Auf der anderen Seite würde mich Marathon auch reizen. Allerdings graut es mir vor zwei Dingen: dem enormen Zeitaufwand, der das Training mit sich bringt. Und zum anderen der psychischen Belastung. Wer Marathon läuft, muss ein Scheiß-Egal-Gefühl und einen Tunnelblick entwickeln. Nur so gelingt es einem, Schmerzen auszublenden. Nur so schafft man es, die vor einem liegenden Kilometer zu ignorieren. Als jemand, der generell viel zu viel nachdenkt, finde ich die Herausforderung fast größer als die 42 Kilometer an und für sich 😉

Abschied von meiner Mini-Küche

Ansonsten steht Anfang des Jahres noch eine räumliche Veränderung an. Ich ziehe in eine andere Wohnung. Und weißt du, was ich dir bisher vorenthalten habe: Es gibt wenige Dinge, die sich so sehr hasse, wie Koffer packen. Die Tatsache, nicht nur einen Koffer, sondern gleich einen ganzen Hausstand packen zu müssen, trübt momentan ein bisschen die Euphorie auf die neue Bleibe. Vor allem bedeutet es für mich auch, meine heißgeliebte Mini-Küche aufzugeben, an der mein Herz trotz der Enge sehr hängt. Dafür werde ich in Zukunft in der Küche mehr Platz haben, um mich auszuleben und noch mehr Chaos zu hinterlassen. Der Gedanke daran hat was, oder?

Jahresrückblick
Eine Reise zu mir selbst steht auf der Agenda 2018.

Was zudem noch auf meiner To-do-List gelandet ist, ist eine Reise, die dazu beitragen soll, wieder ein bisschen mehr zu mir selbst zu finden. Schlichtweg ein Urlaub, der mich wieder ein stückweit mehr erden und runterbringen soll. Das Reiseziel ist noch offen. Es kann Irland, Bali, der Jakobsweg oder auch etwas ganz anderes sein. Das wird sich zeigen. Meine Intuition wird mir den Weg sicher weisen, wenn es soweit ist. Ich möchte schlichtweg wieder ein bisschen mehr auf mich selbst hören. Mich dem widmen, was mir gut tut, mich von dem fernhalten, was mir nicht gut tut. Damit komme ich auch zu meinem letzten Vorsatz für 2018: öfter mal „Nein“ sagen. Klingt ganz leicht, oder? Fällt mir dennoch schwer. Mein Umfeld ist voller Menschen, die mir einerseits was bedeuten, die andererseits aber auch Erwartungen und Ansprüche an mich stellen. Teils zu recht, teils weniger. Und gerade bei Letzterem wäre schon die ganze Zeit über häufiger mal ein „Nein“ angebracht gewesen. Das soll jetzt nachgeholt und endlich angepackt werden – für meinen eigenen Seelenfrieden.

Ja, es gibt wieder einiges zu tun. Und wenn ich mir etwas wünschen könnte, würde ich mir tatsächlich wünschen, dass die Zeit ein klitzekleines bisschen langsamer verstreicht. Mehr vom Tag haben. Mehr von den schönen Erfahrungen haben. Zeit zu haben, um Dinge sacken zu lassen und verarbeiten zu können. 2017 hieß es ungewollt: „Darf’s ein bisschen mehr sein?!“ Für 2018 wünsche ich mir ein bisschen mehr: etwas mehr von den schönen Dingen im Alltag, die mit etwas mehr Zeit ein bisschen mehr genossen werden können. Glaubst du, dass das gelingt? Warten wir es ab. Ich empfange dich jedenfalls mit offenen Armen 2018! 🙂

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